Als Professorin für Fotodesign lehrt Elke Seeger an der Folkwang Hochschule / Studiengang Fotografie.
Ihr Lehrgebiet umfasst die Theorie und Praxis der angewandten Fotografie.
Elke Seeger leitet den neu gegründeten Studiengang Fotografie und ist maßgeblich an der Struktur, der Ausrichtung und den Inhalten des Studiengangs beteiligt.
Fotodesign
Das 20./21. Jhd. ist geprägt durch eine Bilderflut des Alltags. Technische Medien organisieren unsere Lebenswelt mit Bildern und in Bildern.
Unsere Vorstellungswelten werden durch Bilder mehr und mehr dominiert. Das Forschungs- und Lehrgebiet Fotodesign präferiert daher die Fragen nach dem Verstehen
von Bildern und nach den Kriterien ihrer Beurteilung, mit dem Ziel, sich mittels der theoretischen Reflexion einen erweiterten, qualifizierten Zugang zur Fotografie zu verschaffen.
Das Fach selbst ist facettenreich gefächert und umfasst viele Genre der Fotografie, beispielsweise Porträt, Mode, Still, Inszenierung und den Bereich des “objet trouvé”.
Selbstgestellte Themen, die Erstellung von Konzepten, das Bemühen um eine adäquate visuelle Umsetzung und der Anspruch, dies mit einem höchsten Maß an technischer Perfektion zu gewährleisten,
bestimmen den Studienalltag im Fach Fotodesign. Phantasie und die Fähigkeit zur Imagination im anschaulichen Denken, bilden die Grundlage.
Interdisziplinarität spielt eine besondere Rolle. Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Disziplinen fördert die ästhetische Gestaltungskompetenz und die Visionen der Einbildungskraft.
Gerade vor dem Hintergrund des massenhaften Zugriffs von Bildern durch die Digitalität, ist der Anspruch an die Ausprägung eines eigenständiges Œuvres innerhalb eines späteren Berufalltags von
großer Bedeutung.
In einer Ausstellungsreihe werden seit 2005 fotografische Positionen des Fach Fotodesign in Kooperation mit dem Bürgermeisterhaus in Essen - Werden gezeigt:
2005 Taktiken des Ego I und II
2006 Rhetorik der Nähe
2007 Positionen zur Fotografie I
2008 Positionen zur Fotografie II
2008 Räume - Bildräume
2009 Fotografie: Bild - Medium - Gebrauch
Die Reihe wird weiter geführt.
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Forschungsschwerpunkt
In Analogie zu meinen aktuellen Arbeiten - , die sich vor dem Hintergrund der musikalischer Aneignung mit der Frage nach der Schnittstelle vom stillen zum
bewegten Bild auseinandersetzen, beschäftigt sich auch mein theoretisches Forschungsvorhaben mit den verschiedenen medialen Schnittstellen, die das Medium beeinflussen und erweitern,
jedoch ohne ihre Kernkompetenz zu verlieren.
Die Facetten zwischen Musik und Kunst, hier: der Fotografie und ihrer zeitlichen Dimension, ist eine Möglichkeit.
Vor dem Hintergrund, daß sich der Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen der modernen Kunst auf eine lange Tradition innerhalb der bildenden Künste zurückführen
läßt und daß Malerei und Musik seit dem vorigen Jahrhundert in engem Dialog stehen, stellt sich die Frage, in wieweit sich hier Rückschlüsse und parallele Entwicklungen im
Bereich der technischen Medium, im Besonderen der Fotografie, zeigen.
Maler waren seit jeher fasziniert von der Musik, ihrer Immaterialität, ihrer souveränen Unabhängigkeit von der Welt des Sichtbaren und der reproduktiven Verpflichtung,
an der sich die europäische Kunst Jahrhunderte lang gebunden fühlte. Die Faszination, die im Besonderen von der Immaterialität der Musik ausging, halfen der Malerei und
der Freien Grafik zum Durchbruch zur Gegenstandslosigkeit. Die Zerschlagung des gegenständlichen Zusammenhangs brachte eine Befreiung der Farben und Formen mit sich.
Um jedoch nicht in Ornamentik und Willkür zu verfallen, entwickelten sich Verfahren, die sich an die neue Tonsprache der zeitgenössischen Komponisten anlehnten.
Subjektive Klang-Farbbilder, synästhetische Arbeitsweisen des Farbenhörens entwickelten sich, aus Farb-Tonanalogien entstanden Rollbildformate, kinematographischen
Medien erstellten erste Farblichtmusik, der plastische Klang bestimmte die dreidimensionalen Medien.
Meine Forschungsansätze beschäftigen sich mit der Frage, inwieweit die Fotografie, der die Spiegelung des abgebildeten Gegenstandes im wahrnehmenden Subjekt anhaftet,
Ausgangspunkt für einen erweiterten medialen Umgang sein kann: die Öffnung in die Zeitlichkeit, die Frage nach der Abstraktion, die Korrespondenz mit der Musik und
weiteren cross-medialen Überschneidungen, ohne aber ihre Rolle als zentraler Baustein zu verlieren, sind erste Absätze.
Fotografie ist - traditionell beurteilt - das Ergebnis eines Apparates, das die Wirklichkeit naturgetreu nachzeichnet und wird erst vor dem Hintergrund der Repräsentanz von
Wirklichkeit als unabhängige, geistige Vorstellung aufgefasst.
Die Auseinandersetzung mit abstrakten Fragestellungen rührt an deren Grenzen und knüpft eng an meine bisherige, künstlerische Arbeit an. Neu ist die zeitliche Dimension,
die meinen statischen, stillen Bilder eine neuartige Facette verleihen und zu neuen Fragestellungen führen (siehe Videoaufprojektionen zu den Arbeiten naturstücke und horizont)
Elke Seeger, 2010
www.folkwang-hochschule.de |
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